Fragen an den Arzt - Part 6

Diagnose Borreliose

Als Borreliose wird eine Gruppe von Infektionskrankheiten bezeichnet, die durch Borrelien, eine bestimmte Bakterienart, ausgelöst werden. In Deutschland ist diese Erkrankung hauptsächlich durch die Zecke bekannt und besonders in Süddeutschland gefährlich. Dabei wird die Krankheit nicht durch den eigentlichen Zeckenstich übertragen, sondern erst wenn die Zecke sich mit Blut vollgesogen hat und somit satt ist. Nach etwa 24 Stunden ist mit einem deutlichen Anstieg des Infektionsrisiko´s zu rechnen, da dann in der Regel Zecken sich vollgesogen haben.

Ist die Zecke satt, würgt sie einen Teil des Mageninhalts in die Wunde, und damit auch das Bakterium Borrelia burgdorferi. Sollten Sie also einen Zeckenbiss haben, entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich um eine Infektion zu vermeiden. Quetschen Sie die Zecke nicht, verwenden Sie auch kein Öl oder andere Substanzen. Das Risiko das die Zecke erstickt und in Gefahr ihren Mageninhalt hervorwürgt, und damit in die Wunde, ist zu groß. Im Zweifelsfall lassen Sie die Zecke von einem Arzt entfernen.

Wo kann ich mich anstecken?

Zecken bevorzugen Gräser, Blätter sowie Gebüsche. Dort warten sie so lange, bis ein Mensch oder Tier vorbeikommt und sie sich darauf fallen lassen können. Sie wandert dann zu warmen, feuchten, dunklen Stellen des Körpers, etwa die Schamregion oder die Achseln. Natürlich können sie aber auch jede andere Stelle des Körpers nehmen um sich festzubeißen. Mit zunehmendem Alter der Zecke steigt auch das Risiko, dass sie Borreliose-Erreger in sich trägt. Grund dafür ist, dass sich die Zecke erst selbst mit dem Erreger infizieren muss, z.B. an kleinen Nagetieren.

Die Hauptübertragungszeit ist zwischen Mai und Juni. Da Zecken in ganz Deutschland vorkommen, kann die Krankheit überall auftreten, jedoch ist sie im Süden Deutschland´s besonders häufig zu finden. Borreliose ist die am häufigsten auftretende durch Zecken verursachte Infekionskrankheit in Deutschlands, jedoch gibt es noch immer keinen Impfschutz dagegen.

Was passiert bei einer Infektion?

Das Borreliose-Bakterium ist clever. Es hat einige Mechanismen um sich vor dem menschlichen Immunsystem zu verstecken. Es kann seine Oberfläche so verändern, dass das Immunsystem Schwierigkeiten bekommt den Erreger immer wieder neu zu erkennen. Außerdem versteckt es sich oft in Bereichen vom Körper, die nur sehr schlecht vom Immunsystem kontrolliert werden könne, z.B. das Gehirn oder Gelenke. Das Tückische an der Krankheit ist auch, dass sie noch nach langer Zeit auftreten kann, wenn der eigentliche Zeckenbiss schon lange zurückliegt.

Wie kann ich mich schützen?

Schützen können Sie sich vor Borreliose nur vor dem eigentlichen Zeckenbiss, sowie den Zeitraum von Zeckenbiss zur Entfernung der Zecke. Gerade bei Menschen die sich viel in Wald und Natur aufhalten, wurde ein vermehrtes Infektionsrisiko festgestellt.

Sie sollten daher möglichst lange, helle Kleidung tragen, da Zecken auf hellem Untergrund besser zu erkennen sind. Ebenfalls zu empfehlen sind entsprechende Zeckenschutzmittel, auch wenn diese keinen vollständigen Schutz bieten können. Am Abend, am besten beim Duschen sollten Sie Ihren Körper gründlich nach Zecken absuchen und möglichst schnell entfernen. Eine vorsorgliche Einnahme von Antibiotika wird in Deutschland nicht empfohlen.



Beipackzettel lesen

Forscher untersuchten 8.000 Teilnehmer, die älter als 50 Jahre alt waren, auf ihr medizinisches Leseverständnis. In der Studie wurden ihnen ein Auszug aus dem Beipackzettel des bekannten und weit verbreiteten Aspirins vorgelegt. Danach mussten sie vier einfache Testfragen zum Inhalt beantworten.
 
Es ist kein Scherz: Wer die Beipackzettel von Medikamenten nicht versteht, stirbt eher!
 
Vor 2 Monaten kam eine Studie auf den Markt in der Teilnehmer Fragen zu Packungsbeilagen beantworten mussten. Obwohl sie im Beipackzettel nachlesen durften, hatte jeder dritte Teilnehmer Probleme die Fragen zu beantworten. Untersuchungen haben ergeben, dass die Studienteilnehmer mit schlechtem Leseverständnis ein um 40% höheres Risiko hatten in den folgenden 5 Jahren zu sterben, als diejenigen Teilnehmer die alle Antworten richtig hatten.  Hatte ein Teilnehmer nur eine falsche Antwort, hat sich das Sterberisiko um 15% erhöht.

In der Studie wurden alle sozioökonomischen Aspekte und mentale Probleme wie Altersdemenz statistisch bereinigt. Das Sterberisiko bei den Teilnehmern mit schlechtem Leseverständnis lag aber immernoch um 25% höher als bei der Personengruppe, die alle Antworten richtig gegeben hatten.

Als Schlußfolgerung wurde festgestellt, dass 1/3 der älteren Menschen Schwierigkeiten hatten die medizinischen Informationen zu lesen und auch zu verstehen. In der Folge war ein schlechtes Leseverständnis mit einem höheren Sterberisiko verbunden. Das Fazit: Die Informationen auf den Beipackzetteln der Medikamente sollten gezielter auf die Anforderungen und Möglichkeiten älterer Menschen angepasst werden, mitunter einfacher und verständlicher beschrieben werden.
 
 


Die Brustvorsorge Untersuchung

Die Selbstuntersuchung der Brüste ist für Frauen die beste Methode um evtl. Knoten selbst aufspüren zu können. In Deutschland entdecken die meisten Frauen den Brustkrebs selbst, auch wenn nur wenige Frauen Monat für Monat ihre Brüste abtasten. Ganz unabhängig vom Alter sollte jede Frau regelmässig eine Selbstuntersuchung durchführen und somit die Chancen erhöhen rechtzeitig Brustkrebs (Mammakarzinom) zu erkennen. In einem frühen Entwicklungsstadium kann der Brustkrebs leicht und erfolgreicher behandelt werden.

Wann soll ich die Selbstuntersuchung durchführen?

Am besten führen Frauen die Selbstuntersuchung eine Woche nach der Regelblutung durch, da dann die Brüste besonders weich sind. Ist der Monatszyklus zu Ende, schwellen die Brüste unter dem Einfluss von Hormonen an, das Drüsengewebe wird härter und kann sich mitunter auch knotig anfühlen. Eine hilfreiche Untersuchung ist dann wesentlich schwieriger.

Auch Frauen die in den Wechseljahren sind sollten einmal im Monat ihre Brüste auf Knoten hin untersuchen. Wichtig ist, dass Sie sich genügend Zeit nehmen. Wenn Sie nur mal "zwischendurch" Hand anlegen werden Sie bei einer flüchtigen Untersuchung evtl. etwas übersehen. Lassen Sie sich Zeit und tasten Sie Ihre Brust entspannt, konzentriert und in aller Ruhe ab.

Spieglein Spieglein an der Wand

Niemand, weder Männlein noch Weiblein ist absolut symmetrisch gebaut. Es ist also völlig normal, wenn die eine Brust größer sein sollte als die andere oder die Form nicht ganz übereinstimmt. Schauen Sie in den Spiegel und Sie werden die Unterschiede sehen. Machen Sie sich deswegen keine Sorgen.

Mit nackten Oberkörper stehen Sie gut beleuchtet vor dem Spiegel und lassen die Arme locker herunterhängen. Betrachten Sie Ihre Brüste genau und zwar von vorn als auch von den Seiten und beantworten Sie für sich die Fragen:

  • Stellen Sie eine Veränderung zur letzten Untersuchung fest, z. B. die Form oder Größe Ihrer Brüste oder hat sich die Haut verändert?
  • Bemerken Sie Einziehungen der Haut oder der Brustwarzen, die Sie jetzt das erste Mal wahrnehmen?
  • Haben Sie Vorwölbungen, Rötungen oder eine sogenannte „Orangenhaut“ mit sichtbaren Poren?

Heben Sie nun langsam die Arme und beobachten Sie Ihr Spiegelbild. Achten Sie besonders auf Ihre Brustwarzen und wiederholen Sie ruhig die Bewegung.

  • Ziehen sich Ihre Brüste ungleichmäßig nach innen?
  • Bilden sich während der Bewegung Einziehungen auf der Haut?
  • Achten Sie bei der Untersuchung auch die Umschlagfalte, den unteren Rand der Brust.

Abtasten im Stehen

Mit der flachen Hand tasten Sie nun systematisch Ihre Brust ab. Heben Sie den rechten Arm, um dann mit der linken Hand die rechte Brust abzutasten und umgekehrt. Beim Tasten bewegen Sie Ihre Finger ganz leicht gegeneinander. Auf diese Weise können Sie evtl. Knoten entdekcen die unterschiedlich tief im Gewebe sitzen.

Fangen Sie mit der Selbstuntersuchung am äußeren oberen Rand an und arbeiten sich spiralförmig bis zur brustwarze vor. Vergessen Sie die Brustwarze nicht und drücken Sie ganz vorsichtig. Sollte dabei Flüssigkeit austreten achten Sie auf Farbe und beschaffenheit.

Der Rand des Brustmuskels in Richtung Achselhöhle und auch die Achselhöhle selbst sind wichtig bei der Untersuchung. Lymphknoten zu ertasten ist normal und hat meistens harmlose Gründe. Sollte Ihnen dennoch ein auffälliger Knoten Sorge bereiten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Auffällig heißt ein knoten der mehr als ein Zentimeter groß ist, wenn der Knoten nur auf einer Seite auftritt und vor allem wenn er vorher noch nicht da war.

Abtasten im Liegen

Legen Sie sich nun hin und wiederholen Sie den Abtast-Vorgang. Legen Sie ein kleines Kissen unter die Schulter auf der Seite, deren brust Sie untersuchen wollen. dadurch wird die Brust flacher und lässt sich einfacher untersuchen. Tasten Sie nun wieder von außen beginnend ab und arbeiten sich bis zur Brustwarze vor. Ebenso sollten die Achselhöhlen untersucht werden.

Und nun?

Erschrecken Sie nicht wenn sich das Brustgewebe knubblig anfühlt. Besonders jüngere Frauen habe eine feste, oft knotige Brust und erst mit dem Älterwerden wird das Drüsengewebe durch Fettgewebe ersetzt. Das ist auch der Grund, warum die Brüste mit zunehmendem Alter weicher werden.

Ansonsten gilt es, dass Sie Erfahrung sammeln und somit lernen, evtl. Veränderungen an Ihrer Brust feststellen zu können. Lassen Sie sich Zeit und werden Sie durch regelmässiges Abtasten vertraut mir Ihrer Brust. Sollten Sie etwas ungewöhnliches feststellen – keine Panik. Machen Sie einen Termin bei Ihrem Arzt aus und er wird genau klären können um was es sich handelt. Wenn Sie regelmässig die Vorsorgeuntersuchung durchführen, werden Sie frühzeitig evtl. Knoten erkennen und somit rechtzeitig handeln können. Bewahren Sie Ruhe und fragen Sie Ihren Arzt nach Hilfe oder Tipps.


 

Reisekrankheit vorbeugen

Die meisten Menschen nutzen die Sommerzeit für einen ausgiebigen Urlaub. Exotische Länder locken ebenso wie Entspannung und Ruhe – wenn denn die bekannte Reisekrankheit nicht zuschlagen würde. Im Folgenden erhalten Sie Tipps und Hilfe um der Reisekrankheit vorzubeugen. Ganz einfache Maßnahmen um den ungewünschten Reisebegleiter abzuschwächen oder ganz zu vermeiden. Da nicht jeder für die Reisekrankheit anfällig ist sollten Sie diese Punkte nur beachten wenn Sie selbst schon davon betroffen waren.

  • Vermeiden Sie Alkohol, auch am Abend vor der Abreise. Ebenso sollten Sie auf Koffein verzichten oder zumindest auf eine kleine Tasse Kaffee beschränken.
  • Vor Reiseantritt sollten Sie nur eine leichte, fettarme Mahlzeit zu sich nehmen, wie einen Obstsalat oder belegte Brötchen.
  • Wenn möglich, fahren Sie bei einer Autoreise selbst. Autofahrern wird normalerweise nicht übel, da sie konzentriert den Blick auf die Strasse halten müssen.
  • Wenn Sie per Bus oder Bahn fahren, wählen Sie einen Platz in Fahrtrichtung, wenn möglich am Fenster.
  • Bei einer Reise mit dem Flugzeug sind Plätze in Höhe der Tragflächen am besten. Die beste Wahl ist ein Platz direkt am Gang, damit Sie zwischendurch mal ein paar Schritte auf und ab gehen können.
  • Sollten Sie Medikamente gegen die Reisekrankheit einnehmen, dann am besten ca. 30 bis 60 Minuten vor Reisebeginn, denn dann sind sie am wirkungsvollsten. Vergessen Sie jedoch nicht den Beipackzettel vorher zu lesen bzw. sich von Ihrem Arzt oder Apotheker informieren zu lassen.

Sind Mückenstiche harmlos?

Die in Deutschland vorkommende Stechmücke besitzt keinen Giftstachel, sondern einen sogenannten Saurüssel. Sticht die Mücke in die Haut, spritzt sie Speichel hinein. Dessen Wirkstoffe sorgen dafür, dass das Blut nicht gerinnt und die Einstichstelle unempfindlich wird. In der Folge beginnt die Mücke mit dem Blutabsaugen.

Die Inhaltsstoffe des Speichels lösen eine allergische Reaktion aus. Der Körper schüttet als Abwehrreaktion sogenannte Histamine aus, welche Juckreiz verursachen und eine Schwellung auslösen. Den Einstich selbst spürt man nur manchmal. Die auftretenden Beschwerden wie Schwellung und Juckreiz sind meist nur vorübergehend und eher lästig als gefährlich.

Gefährlich wird es nur bei Menschen die allergisch auf Mückenstiche reagieren. Es kommt dann zur Nesselsucht, zu großflächigen Hautrötungen und Schwellungen, bei manchen Menschen auch Fieber, Erbrechen, Atemnot und Kreislaufstörungen. Hilfe durch Gels gegen Juckreiz und andere Insektenschutzmittel helfen in der Regel nicht viel. Bei allzu starken Reaktionen sollten oral eingenommene Antihistaminika sowie lokale Kortison-Lotionen oder -Cremes versucht werden. In den meisten Fällen können sie wirksame Linderung verschaffen.

Reagieren Sie allgemein auf Insektenstiche allergisch, kann dies zu gefährlichen Situationen führen. In diesen Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich professionelle Hilfe holen.


Tipps für gesunde Ernährung

Ausgewogene Ernährung

Sich richtig zu ernähren ist nicht nur positiv für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Körpers, sondern schützt auch wirkungsvoll vor Krankheiten und ist deshalb wichtig für die eigene Gesundheit. In der heutigen modernen Gesellschaft ernähren sich jedoch viele Menschen falsch, essen zu viel, zu süß, zu salzig oder zu fett. Oft sind dann sogenannte Zivilisationskrankheiten die Folge: Übergewicht, Diabetes, Metabolisches Syndrom oder Koronare Herzkrankheit.

Wichtig ist deshalb eine ausgewogene Ernährung, bei der der Körper die Stoffe aus der Nahrung optimal für sich verwerten kann. Er nutzt diese Stoffe für den Aufbau und die Funktion des Körpergewebes und als Energielieferant damit die Körperfunktionen aufrecht erhalten werden. Die Bestandteile der Nahrung werden vom Körper "verbrannt" und als Energie freigesetzt. Den Energie- bzw. Brennwert können Sie auf jedem Lebensmittel finden.

Je nach Körperstatur, Gewicht, Größe und körperlicher Aktivität braucht ein Mensch unterschiedliche Mengen an Energie. Als Orientierungswert können für Frauen  etwa 2.000 kcal/Tag genommen werden und 2.500 kcal/Tag für Männer.

Als wichtige Grundstoffe braucht der Körper Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße als Energieträger. Des Weiteren müssen jedoch auch andere Bestandteile wie Vitamine, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Wasser zu sich genommen werden.